Fragen und Antworten zur Elektromobilität und Ladekarten

Was ist der Unterschied zwischen Laden und Tanken?

Was beim Auto mit Verbrennungsmotor das Tanken, ist beim Auto mit Elektromotor das Laden. Das Fahrzeug wird mit der notwendigen Energie zum Fahren versorgt. Allerdings gibt es ein paar wichtige Unterschiede.
Beim Tanken fahren Sie an eine öffentliche Tankstelle, wählen den richtigen Kraftstoff, betanken das Auto und zahlen direkt an der Kasse. Der Tankvorgang ohne Anfahrt dauert etwa 10 Minuten. Während dieser Zeit können Sie jedoch nichts Anderes machen.

Beim Laden nutzen Sie entweder Ihre private Ladestation daheim, z.B. in der Garage. Wenn Sie abends heimkommen, stecken Sie das Ladekabel an die Ladebuchse des Autos. Am nächsten Morgen steht Ihnen ein vollgeladenes Fahrzeug zur Verfügung. Alternativ können Sie auch unterwegs Ihr Fahrzeug an einer öffentlichen Ladestation laden. Während Sie parken können Sie Ihr Fahrzeug an die Ladestation anschließen und Ihrer gewünschten Tätigkeit nachgehen.

Was ist eine private Ladestation?

Wenn Sie einen Stellplatz oder eine Garage haben, können Sie eine private Ladestation für Ihr Elektrofahrzeug einrichten. Im einfachsten Fall nutzen Sie dafür eine normale, vorhandene Schuko (Schutzkontakt) – Steckdose und ein Ladekabel mit einer sogenannten In-Cable Control Box, das in der Regel mit jedem Elektrofahrzeug mitgeliefert wird.

Für eine private Ladestation ist keine Ladekarte notwendig, und somit natürlich auch kein Ladekartenvergleich 😉 .

Die In-Cable Control Box übernimmt Sicherheitsfunktionen und Kommunikationsfunktionen beim Anschluss an das Stromnetz und sorgt dadurch für ein sicheres Ladeerlebnis. Bei einer haushaltsüblichen abgesicherten Stromstärke von 16 Ampere und dem typischen Haushaltsstrom von 230 V ergibt das eine Ladeleistung von 3,7 Kilowatt. Das bedeutet, dass Sie Ihre Batterie mit max. 3,7 kW pro Stunde aufladen können. Wenn man rechnet, dass das Fahrzeug etwa 20 kWh pro 100 km verbraucht, so können Sie in etwa 5 Stunden Energie für ca. 100 km aufladen. Haben Sie Ihr Fahrzeug über Nacht für 10 Stunden angesteckt, so laden Sie Energie für etwa 200 km.

Einfacherer, sicherer und schneller funktioniert das Laden daheim mit einer Wallbox, einer Elektroauto-Ladestation für Zuhause. Die Hersteller von Elektrofahrzeugen bieten dies häufig als Zusatzausstattung mit an. Sie wird durch einen Elektriker montiert oder an eine “rote CEE” Steckdose angeschlossen. Die Wallbox arbeitet mit Dreiphasen-Wechselstrom und 400 Volt, wie es auch für den Elektroherd genutzt wird. Hier können pro Stunde bis zu 70 km Reichweite geladen werden, d.h. in einer Nacht (8 Stunden) können Sie bis zu 560 km Reichweite in Ihr Fahrzeug laden.

Was ist eine öffentliche Ladestation?

Wenn Sie unterwegs sind oder keinen eigenen Stellplatz oder Garage haben, können Sie an öffentlichen Ladestationen Energie laden. Diese öffentlichen Ladestationen finden Sie zunehmend an sogenannten „Hot-Spots“ wie an Supermärkten, Restaurants, Büros, etc. oder auch entlang der Autobahnen. Dabei unterscheidet man zwischen Normalladestationen und Schnellladestationen. Um diese Ladestationen nutzen zu können, brauchen Sie eine Ladekarte oder eine Lade-App, um sich zu identifizieren und die Ladestation für den Ladevorgang freizuschalten.

Welche Ladekarte zu ihnen passt finden Sie in unserem standortbasierten Ladekartenvergleich heraus!

Was sind Normalladestationen (AC Lader)?

Normalladestationen sind sogenannte AC Ladestationen, die mit Wechselstrom (AC) betrieben werden. Das entspricht dem Strom, der bei Ihnen daheim aus der Steckdose kommt. Sie bieten in der Regel Leistungen von 11 kW, 22 kW oder sogar 43 kW. Da Ihre Autobatterie Gleichstrom (DC) zum Laden braucht, wandelt ein im Fahrzeug eingebauter Gleichrichter den Wechselstrom in Gleichstrom um. Die meisten heute angebotenen Fahrzeuge haben einen Gleichrichter an Bord, der die Batterie mit 11 kW Gleichstrom laden kann. Damit laden Sie etwa 70 km Reichweite pro Stunde.

Was sind Schnellladestationen (DC Lader)?

Schnellladestationen stehen häufig an Rasthöfen entlang der Hauptverkehrsstraßen wie Autobahnen, zunehmend aber auch innerorts. Die Schnellladestationen haben einen Gleichrichter eingebaut und wandeln den öffentlichen Wechselstrom direkt in Gleichstrom (DC) um, den die Batterien zum Laden benötigen. Diese DC Ladestationen bieten heute meistens eine Ladeleistung von bis zu 50 kW. Damit kann man in einer Stunde etwa 300 km Reichweite laden. In Zukunft sollen Ultra-Schnellladesäulen mit bis zu 350 kW und mehr aufgestellt werden. Die verkürzen den Ladevorgang enorm: Für eine Reichweite von 300 Kilometern reicht eine Kaffeepause, nämlich eine Ladezeit von 20 Minuten. Sie eignen sich deshalb besonders für Autobahnraststätten und Standorte an hochfrequentierten Verkehrsadern.

Wie lange muss ein Fahrzeug laden?

Die Ladedauer eines Elektrofahrzeugs hängt von der Leistung der Ladesäule, sowie der Batteriesteuerung des Fahrzeugs ab. Bei einem Durchschnittsverbrauch eines Elektrofahrzeugs von 20 kWh auf 100 km kann man an einer normalen Schuko-Steckdose z.B. in der heimischen Garage etwa 20 km Reichweite pro Stunde laden. Eine Normalladestation mit 11 kW lädt pro Stunde etwa 70 km Reichweite. Eine Schnellladestationen mit 50 kW lädt etwa 300 km pro Stunde. Die Ultra-Schnellladesäulen, die in Zukunft mit bis zu 350 kW und mehr laden schaffen eine Reichweite von 300 Kilometern in etwa 20 Minuten. Genau die Zeit für eine Kaffeepause. Wussten Sie übrigens, dass ein Auto in Deutschland im Durchschnitt weniger als 40 km pro Tag fährt?

Wovon hängt die Ladezeit eines Elektrofahrzeugs ab

Die Ladezeit eines Elektrofahrzeugs hängt von verschiedenen Faktoren ab. Da ist zum einen die Ladeleistung der Ladesäule. Klar, je mehr Leistung die Säule abgeben kann, desto schneller lädt das Fahrzeug. Zum anderen ist aber auch die Ladeleistung des Fahrzeugs zu berücksichtigen. Das von den Fahrzeugherstellern eingebaute Batteriemanagement steuert die Beladung der Fahrzeugbatterien und kann die von der Ladesäule abgegebene Energie begrenzen. Die Ladeleistung der Fahrzeuge ist je nach Hersteller durchaus unterschiedlich. Darüber hinaus beeinflusst auch die Temperatur der Batterie die Ladezeit. Der Akku lädt besser und schneller auf, wenn er warm ist, denn die chemischen Reaktionen innerhalb eines Lithium – Ionen – Akkus brauchen es warm. Darum haben viele Fahrzeuge ein Vorwärmsystem für die Batterien. Aber auch der Ladestand der Batterie verändert die Ladezeit. Bis zu einer Ladung von 80% laden die meisten Batterien mit größtmöglicher Geschwindigkeit.
Danach verlangsamt das Batteriemanagement die Ladegeschwindigkeit deutlich. Das schont die Batterie und macht sie langlebiger.

Was ist eigentlich Roaming beim Laden

Roaming kennt man eigentlich vom Mobilfunk. Wenn das Netz des eigenen Anbieters nicht verfügbar ist wird man in das Netz eines eines Roamingpartners eingebucht. Die gleiche Idee steckt auch hinter dem Roaming beim Laden. Jeder Betreiber einer öffentlichen Ladesäule gibt in der Regel auch eine eigene Ladekarte oder Lade-App zum Freischalten der Ladesäule heraus. Damit Sie unterwegs nicht nur an den Ladesäulen dieses Anbieters laden können, sind inzwischen viele Betreiber in Roamingverbünden organisiert. Das heißt, dass Sie auch die Ladesäulen anderer Anbieter mit Ihrer Ladekarte freischalten und nutzen können. Wir berücksichtigen dies übrigens in unseren Empfehlungen der für Sie geeignetsten Ladekarten.

Was ist ein Ladekarten Tarif

Während wir beim herkömmlichen Tanken wissen, wie viel ein Liter Benzin kostet, ist das beim elektrischen Laden nicht ganz so einfach. Jeder Ladekartenanbieter hat seinen eigenen Tarif. Außerdem wird die Ladeenergie häufig noch nicht nach der bezogenen Energiemenge abgerechnet. Das liegt daran, dass es bislang noch keine geeichten Ladesäulen gibt. Solange das so ist, darf die Energiemenge nicht für die kommerzielle Abrechnung herangezogen werden. Ab 2019 werden jedoch erste eichrechtskonforme Ladesäulen errichtet.

Derzeit rechnen viele Betreiber den Ladevorgang nach der Ladedauer ab. Typische Tarife liegen hier zwischen 2 und 10 Cent pro Minute. Eine Stunde Laden kostet z.B. zwischen 1,20 € und 6 €. Andere Betreiber verlangen hingegen eine Ladepauschale. Unabhängig von Ladedauer und geladener Energie kostet jeder Ladevorgang einen pauschalen Betrag.

Doch es kann noch komplizierter werden. Um die Ladesäule nicht durch Dauerlader und Dauerparker zu blockieren, können nach einer gewissen Zeit auch noch zusätzliche Parkgebühren anfallen. Viele Ladekartenanbieter verlangen außerdem einen monatlichen Grundpreis plus die jeweiligen Ladekosten. Wieder andere Anbieter bieten eine Flatrate an. Es fällt nur eine monatliche Gebühr an und Sie können damit praktisch unbegrenzt laden. Gerade jetzt zu Beginn der Elektromobilität gibt es aber auch noch kostenlose Ladeangebote, um den Verwaltungsaufwand für die Abrechnung zu sparen.  Dieses komplizierte Tarifwerk macht es übrigens auch so schwierig, die richtige Ladekarte auszuwählen. Deshalb haben wir den Ladekartenfinder entwickelt.

Wie funktioniert das Laden an öffentlichen Ladestationen

Gerade zu Beginn sind viele noch etwas unsicher, wie das Laden überhaupt funktioniert. Das wird uns wie das Tanken allerdings schnell in Fleisch und Blut übergehen. Es ist tatsächlich auch nicht sonderlich kompliziert.
Zuerst müssen Sie mit Ladekarte oder Lade-App die Säule für den Ladevorgang freischalten. Das funktioniert, in dem Sie Ihre Ladekarte vor ein Lesegerät halten. Die Ladesäule hat entweder ein passendes Kabel oder Sie nutzen das Kabel, das dem Fahrzeug beiliegt. Das Kabel stecken Sie dann in die Buchse des Fahrzeugs. Damit stellen Sie nicht nur eine Ladeverbindung sondern auch eine Kommunikationsverbindung her. Die Säule prüft, ob die Batterie geladen werden kann. Ist sie bereits voll Geladen, wird der Ladevorgang nicht gestartet. Der Ladevorgang endet automatisch, wenn die Batterie vollgeladen ist oder wenn der Stecker abgesteckt wird. Die Batterie kann also nicht „überlaufen“. Anders als beim Tanken gehen Sie jetzt nicht zum Bezahlen, sondern Sie bekommen später eine Rechnung von Ihrem Ladekartenanbieter.